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Der 1982 erschienene Debutroman von Isabel Allende ist ein Klassiker
der südamerikanischen Literatur, den ich seit vielen Jahren kenne und auch
beim wiederholten Lesen noch unglaublich stark und fesselnd finde.
Es handelt sich hierbei um eine chilenische Familiensaga, die über vier
Generationen hinweg das Schicksal einer Oberschicht-Familie erzählt.
Im Zentrum stehen der patriarchale Esteban Trueba und seine
spirituell veranlagte Frau Clara, deren Leben eng mit den politischen
Umbrüchen Chiles im 20. Jahrhundert verknüpft sind.
Der Roman verbindet persönliche Schicksale, Magie und Geisterglauben
mit der Geschichte von Gewalt, sozialem Wandel
und dem Militärputsch von 1973.
Während sich der reaktionäre und despotische Landbesitzer Esteban
ein Imperium aufbaut, entfremdet er sich durch seine tyrannische
Art zunehmend von seiner Familie, insbesondere von seiner
Ehefrau Clara, die sich daraufhin immer mehr in ihre Geisterwelt
zurückzieht. In ihrem Verlauf beleuchtet die Geschichte das Leben
der Kinder und Enkel, darunter Estebans rebellische Enkelin Alba,
die gemeinsam mit ihrem revolutionären Freund Miguel den
gefährlichen Kampf gegen die Militärdiktatur aufnimmt.
Als Alba eines Tages festgenommen wird, muss Esteban schmerzlich
erfahren, dass seine Reputation als Senator ihm im Wandel der
politischen Verhältnisse nichts mehr nützt
und er seiner Enkelin nicht helfen kann …
Fazit:
Ein fesselndes Familiendrama mit großartig dargestellten
Charakteren vor real-politischem Hintergrund mit einer Prise
Magischem Realismus, der das „normale“ Leben mit übersinnlichen
Elementen verbindet – zu Recht ein Weltbestseller und Literaturklassiker!
Zum Film:
Natürlich wurde dieser Roman auch verfilmt (1993).
Und ganz klar: Um inhaltliche Abstriche führte bei der Komplexität
und Länge der Romanvorlage kein Weg vorbei, wenn der Film nicht
noch länger als 2 Stunden werden sollte.
Daraus resultierend fehlen ihm vor allem die atmosphärische Tiefe,
die besondere Spiritualität und die feinen Entwicklungen des
Buches, da alles in schnellerer Folge aufeinander geschehen muss.
Die „schlimmste“ filmische Änderung / Kürzung ist aus meiner Sicht,
dass im Film nicht Alba, sondern ihre Mutter Blanca diejenige ist,
die in ins Visier des Militärs gerät. Albas Heranwachsen wird im
Film nicht berücksichtigt und auch das Ende ist anders.
Dennoch bin ich auch nach mehrmaligem Sehen auch ein Fan
der Verfilmung: Es ist einfach ein bildgewaltiges, klassisches
Drama mit Top-Besetzung – v.a. Winona Ryder als Blanca Trueba
gefällt mir sehr gut, aber auch Glenn Close als Férula,
Jeremy Irons als Esteban Trueba und Meryl Streep als Clara.
Aber das Buch zu lesen, ist noch etwas ganz anderes!
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