Bray-Dunes, Bergues,

Dunkerque

 

 

Ein Ausflug, den sich nicht nur Fans des Films "Willkommen bei den Sch'tis"
(franz. Original: "Bienvenue chez les Ch'tis")
nicht entgehen lassen sollten, ist eine Fahrt in die
nur wenige Kilometer im Hinterland befindliche Kleinstadt Bergues,
in der große Teile des Films gedreht wurden.

Der hübsche historische Ort ist fast vollständig von gut
erhaltenen Befestigungsanlagen und Kanälen umgeben,
weitere Sehenswürdigkeit ist u.a. der 47 m hohe Belfried
(Glockenturm) mit seinem aus 50 Glocken bestehenden Glockenspiel,
dem im Sch'ti-Film auch eine Bedeutung zukommt.
Es ist wirklich sehr schön, durch diesen idyllischen, kleinen
Ort zu spazieren, sich in einem Café niederzulassen -
- natürlich vorzugsweise im Café de la Poste, das ebenfalls
ein Drehplatz war - und das angenehme Flair zu genießen.
Das nebenan befindliche Postamt ist allerdings nicht
die Post aus dem Film. Für Letztere wurde ein anderes Gebäude
am Kanal ausgewählt und entsprechend hergerichtet.
Heute erinnern nur noch Schilder daran, am Haus selbst
ist nichts mehr von der Film-Post zu sehen.



   
Place du Marché aux Fromages am Kanal

                 
   
                              Rathaus                                             Belfried                         Café de la poste            

                 
   
        Ch'ti-Bier                               Einstiges Schlachthaus                                                                      

                 
   
Die Film-Post (= "die falsche Post")
   
 
    
   Eglise Saint-Martin de Bergues

 

 

Ein weiterer Ausflug führte uns in die nur knapp 13 km westlich von Bray-Dunes
gelegene Hafenstadt Dunkerque (Dünkirchen), die für ihre
Schlüsselrolle im Zweiten Weltkrieg, ihren bedeutenden Seehafen
und ihren Sandstrand Malo-les-Bains bekannt ist.
In der City gibt es durchaus auch ein paar Sehenswürdigkeiten zu sehen,
letztendlich sind wir uns jedoch einig, dass man nichts verpasst hat,
wenn man die Stadt nicht gesehen hat (außer man ist kriegshistorisch
interessiert), dafür fehlt es ihr einfach an Flair
und es gibt zu viel hässliche Industrie.
ABER: Die Stadt befindet sich im Wandel hin zu Elektromobilität,
grüne Energie und industrielle Dekarbonisierung. Besonders positiv zu
vermerken ist auch, dass der ÖPNV hier bereits seit 2018 für alle
kostenlos ist - das ist doch mal was!

Zum abgebrochenen Ausflug ins belgische De Panne kann ich nur sagen:
Ich hatte es schlecht in Erinnerung, es bekam eine zweite Chance,
Fazit: es ist noch schlimmer geworden.
Was da im südwestlichen Teil an Monster-Betonklötzen dicht an dicht
hochgezogen wurde ist einfach furchtbar,
Brutalismus in schlimmster Form. Wie können Menschen schöne Küsten
nur so verschandeln? Wie können sich Menschen dort eine Wohnung kaufen?
Unsäglich, darum auch kein Bild und letzte Chance vertan.

Im Folgenden also lediglich ein paar Bilder aus Dunkerque:

   
Dunkerque: Der Dreimaster Duchesse Anne, historisches Feuerschiff Sandette und Tour du Leughenaer                                                                                                                                     
                                                                                      
   
 Port du Bassin du Commerce mit Blick auf das Rathaus

 
   
Rathaus, Belfried und Église Saint-Éloi

   
 
   
                                                                                               Phare de Dunkerque
  
 
   
                              Geocache: "Postkarte aus Dunkerque"

 

An einem Tag gab es am Strand von Bray-Dunes eine besondere Überraschung,
ich stoplerte quasi fast drüber:
Lag da doch ein Seehund in der Sonne!

Ich hatte tags zuvor eine Postkarte mit einem ähnlichen Motiv gesehen
und mir gedacht "das ist doch ein Fake, hier kommen doch keine Seehunde hin!"
Aber doch - zumindest dieser eine!
Und er ließ sich überhaupt nicht stören, im Gegenteil:
Als die herannahende Flut ihn berührte, robbte er wieder ein paar Meter
den Strand hinauf ins Trockene, um sich weiter in der Sonne zu aalen,
ohne sich um die vorbeikommenden und
stehengebliebenen Menschen zu kümmern.


   

  
 
   
   

 

Sonnenuntergänge dürfen an dieser perfekt dafür ausgerichteten Küste
natürlich nicht fehlen und an ein paar Abenden war der Himmel auch
klar genug, um sie perfekt untergehen sehen zu können,
ich liebe es einfach immer wieder auf's Neue!

   


   

 

Fazit:

„Wer in den Norden kommt, weint zweimal:
Einmal, wenn er ankommt, und einmal, wenn er abreist.“


Mit diesem Zitat hat Filmregisseur Dany Boone dem Norden
und den "Sch'tis" ein Denkmal gesetzt (in Bray-Dunes
wurde sogar eine Halle nach ihm benannt).
Natürlich ist es für diesen Aufenthalt übertrieben,
aber ich finde es ganz schön und nicht unpassend
für diese oftmals unterschätzte Region.
Uns hat es hier jedenfalls auch ohne perfektem Wetter
sehr gut gefallen. Die Moules-frites haben wieder gemundet,
ebenso das 1664, Baguette, Käse und Wein.
Wir kommen gerne wieder!

 

 

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