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Da wir nun nicht dreimal den weiten Weg in den Torres del Paine fahren
wollten, unternahmen wir stattdessen einen Ausflug zur Cueva del
Milodón. Hierbei handelt es sich um eine etwa 200 m lange, bis zu 80 m
breite und 30 m hohe Höhle, die nach dem prähistorischen Ur-Faultier
(Mylodon darwini) benannt wurde, von dem hier im Jahr 1895 Überreste
von Haut und Knochen gefunden wurden.
Die Höhle ist als chilenisches Nationalmonument eingestuft,
drumherum wurde ein kleiner Park mit kurzen Wanderwegen, Park- und
Picknickmöglichkeiten angelegt. Dazu gibt es am Eingang einen Souvenirladen,
der auch Kaffee/Capuccino u.v.m. anbietet.
Entstanden ist die Höhle durch Einwirkung eines Gletschers während der
letzten Eiszeit vor etwa 35.000 - 14.000 Jahren.
Am Höhleneingang steht eine lebensgroße Nachbildung des Riesenfaultiers
und Besucher können auf einem Rundweg durch die Höhle gehen.
Viel zu sehen gibt es darin zwar nicht, aber die Ausmaße sind schon enorm
und mich als Natur- und insbesondere Faultier-Liebhaberin hat es sehr interessiert.
Das ausschließlich am Boden lebende Mylodon hatte eine beachtliche Gesamtlänge
von 3-4 m und ein geschätztes Gewicht von 1-2 Tonnen (!) - zum Vergleich:
Die heutigen Zwei- bzw. Dreifingerfaultiere leben auf Bäumen, sind
durchschnittlich 50 cm groß und wiegen etwa 5 kg.
Das Mylodon ist vor rund 10.000 Jahren ausgestorben.
Wer nur kurz Zeit hat, für den lohnt sich der Eintritt von 12.000,- CLP
(aktuell ca. 12,-- €, nur online oder vor Ort mit Kreditkarte bezahlbar)
womöglich nicht. Alle anderen können auf dem Areal u.a. noch zu weiteren, kleineren
Höhlen (Cueva del Medio und Cueva chica) und der Felsformation
Silla del Diablo
(„Teufelsssessel“) wandern bzw. auf einer unsäglichen Schotter-/Schlaglochpiste fahren.
Die Wanderungen sind leicht und nicht sehr lang, insgesamt kann man
den gesamten Ausflug insbesondere auch für Familien mit Kindern empfehlen.
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