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Von Buenos Aires ging es dann zum eigentlichen
Ziel dieser Reise: Nach Patagonien. In unserem Fall bedeutete dies einen
Inlandsflug mit Aerolineas Argentinas nach El Calafate. Dabei wird
einem direkt klar, wie groß dieses Land doch ist: >2.000 km Flugstrecke in
etwa 3 Stunden. Und damit ist man noch nicht ganz im Süden des Landes
und des Kontinents! - Aber auch nicht mehr sooo weit davon entfernt. ;-)
Patagonien ist mit einer Fläche von über 1 Million km² eine riesige Region
im Süden Südamerikas und umfasst Gebiete in Argentinien und Chile.
Der zu Argentinien gehörende Teil Patagoniens ist durch trockene Steppen,
Graslandschaften und Wüsten geprägt. Die berühmte argentinische
Nationalstraße Ruta 40 führt u.a. zu den bekannten Natursehenswürdigkeiten
Monte Fitz Roy und den Perito-Moreno-Gletscher
im Nationalpark Los Glaciares.
Die schnell wachsende Kleinstadt El Calafate ist das Tor
zum Nationalpark. Der Ortsname leitet sich von in der patagonischen
Region häufig anzutreffenden Strauchgewächsen ab, den Calafate-Sträuchern,
aus denen Marmelade und Likör hergestellt wird.
Die Stadt liegt am südlichen Ufer des größten argentinischen Sees,
dem Lago Argentino. Mit einer Fläche von 1.415 km² ist er etwa
3x so groß wie der Bodensee. Er wird von mehreren Gletschern gespeist,
u.a. vom bekanntesten, dem Perito-Moreno-Gletscher.
Auch wenn man im Ort selbst nicht mega viel unternehmen kann -
von Shopping und Ausgehen mal abgesehen - hat es uns hier sehr gut gefallen.
Vom Flair her waren wir ein bisschen an Banff oder Jasper in Kanada erinnert:
Überschaubar, entspannt, angenehm.
Wir hatten hier insgesamt 2 Unterkünfte, die wir beide empfehlen können.
Zum Essen/Trinken können wir "Pietro's" und "Wanaco" empfehlen,
ein sehr guter Supermarkt ist "La Anónima",
alles an der Hauptstraße Av. del Libertador zu finden.
Hier nahmen wir auch direkt bei der Ankuft am
Flughafen unseren Mietwagen in Empfang, mit dem wir die folgenden zwei
Wochen "ein Stückchen" durch Patagonien fahren wollten. Gebucht hatten
wir ihn vorab via Sunnycars bei Europcar. Mit allen Versicherungen und
Zickzack wahrlich kein Schnäppchen, das hiesige Preisniveau hat's in
sich. Immerhin ein 4WD (Hyundai), aber viel zu tiefliegend ... -
Ein
City-Auto, weit entfernt von Toyota hilux & Co. Nu denn, alles aber so
weit ok. Dazu möchte ich aber noch sagen: Es braucht für diese Region
nicht unbedingt einen Mietwagen! Wer mehr Zeit hat kann auf ein gutes
Bussystem zurückgreifen, das die "wichtigen" Orte anfährt und bedeutend
günstiger sein wird. Und wir sahen in der Region tatsächlich seit langem
auch mal wieder etliche Tramper mit Rucksäcken am Straßenrand.
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An der Kreuzung der Av. del Libertador und der
Ezequiel Bustillo entdeckten wir zufällig noch eine kleine, aber feine
Parkanlage mit Ausstellungsstücken. Da es keinen Eintritt kostete,
drehten wir hier eine entspannte Runde zwischen Bäumen, diversen
technischen Errungenschaften vergangener Zeiten, ein paar Skulpturen und
einigen Informationsschildern, die von der Geschichte dieser Region
erzählen.
Kein Top-Highlight, aber eine schöne, familiengerechte
Mischung aus Museum und Freiluftpark. Dabei trifft man immer wieder
auf den argentinischen Geografen und Anthropologen Perito Moreno und Charles Darwin.
Auch das Falkland-Thema wird nicht
ausgelassen, s.u. 2. Reihe, 3. Bild: Es wird mit dem Finger auf die
Falklands gezeigt, im Hintergrund steht das argentinische Wappen, eine
phrygische Mütze auf einer Pike, die von zwei ineinandergreifenden
Händen gehalten wird = Symbol der nationalen Einheit und der
Bereitschaft, für die Freiheit zu kämpfen. Wir begegneten dieser Thematik des Öfteren, dieser
Stachel sitzt offensichtlich noch tief, verständlicherweise.
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Da sich unsere erste Unterkunft nicht allzu weit
vom Lago Argentino und der Reserva Laguna Nimez befand, entschied
ich mich, doch mal dorthin zu spazieren. Als ich dann am Eingang stand,
fand ich es doch nicht mehr so spannend: Der Wanderweg führt durch
plattes, wahrscheinlich sumpfiges Land, umrundet eine Lagune und führt
dann zum Seeufer. Für Vogelliebhaber wahrscheinlich ein "Muss", aber mir
erschien es irgendwie zu langweilig, da nicht mal ein Baum zu sehen war
= überhaupt kein Schatten, und die Sonne brutzelte gerade stark vom
Himmel herab. So verweilte ich lediglich kurz, der benachbarte
Biergarten konnte mich auch nicht reizen, und so ging ich wieder zurück.
Und was sah ich unterwegs? - Ibisse. An zwei verschiedenen Stellen. Ich konnte
sogar recht nah herangehen, ohne sie zu verscheuchen. Schön - so hat sich
dieser Spaziergang doch noch gelohnt! :-)
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